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48 Jahre im Sauerland – und diese Ecke kannte ich nicht

Ein wenig ungläubig schaut die junge Mutter mich an, als ich ihr den kleinen Holzball mit der Aufschrift „Wildewiese“ für ihre Kinder anbiete. Auch ihre Freundin schaut verdutzt. Die beiden sitzen mit den Kindern unten an der riesigen Murmelbahn – dort, wo auch der Automat steht. Zwei Euro kostet die Holzkugel, dann geht es wieder hoch, um sie hinunterrollen zu lassen. Wir haben unseren Spaß. Sie nimmt die Kugel.

Hallo, ich bin Thora und entdecke gerade das „Outdoor-Leben“ für mich. Seit 48 Jahren lebe ich hier, im Hochsauerland. Doch erst jetzt habe ich die Muße, die schönen Ecken dieses Landes der tausend Berge kennenzulernen.

Als Kind rodelte ich mal die Wildewiese hinunter. Auf dem Schlitten. Aber den Naturerlebnisberg an sich kenne ich nicht – vor allem nicht im Sommer und nicht mit seinen Selfie-Hotspots.

Naturerlebnisberg Wildewiese: Diese Stationen gibt es

Sechs Stationen liegen auf dem Pfad. Die Murmelbahn bringt Kinder in Bewegung – und mich. Denn kurzerhand habe ich mir am Automaten eine Holzkugel gezogen (2 Euro) und lasse sie die 60 Meter lange Murmelbahn herunterrollen.

Erbauer der Anlage ist Schreiner Markus Schmidt, der seine Werkstatt ebenfalls in Wildewiese hat.

Ich habe meine Wildewiese-Holzkugel einmal herunterrollen lassen – aber wenn die Kugel erst einmal gekauft ist, können die Kinder sie natürlich rollen lassen, solange sie wollen.

Auf der XXL-Bank sitzt man mit Weitblick. Bei den Wildewiese Wings stellt man sich zwischen zwei Flügel, im Wildewiese Rahmen fasst ein Bilderrahmen die Landschaft ein.

Thora steht zwischen den Flügeln auf dem Naturerlebnisberg in Wildewiese, Sundern.

Zum Highlight Wildewiese FIVE kann ich dir leider nichts erzählen. Ehrlich gesagt haben wir diese Plattformen anscheinend verpasst bzw. sind clever drumherum gewandert. Gesehen haben wir sie nicht. Sie sollen aber Plattformen zum Ausruhen und Schauen sein.

Und dann ist da noch die Riesenschaukel. Es ist ein wenig schwierig, sie in Schwung zu bringen. Spaß bringt sie allemal; und eine extrem weite Aussicht.

Schombergturm Wildewiese: 167 Stufen hoch – diesmal nicht

Eigentlich steht auch der Schombergturm fest auf unserem Plan: 65 Meter ragt er in den Himmel, 167 Stufen führen zur Aussichtsplattform. Für meinen Mann ist diese Höhe eh nix. Ich überlege einen Moment lang, steige dann aber doch nicht hoch. Vor wenigen Wochen bin ich beim Möhnesee-Turm über 200 Stufen hinaufgestiegen – der Muskelkater steckt mir noch in den Beinen. Beim nächsten Mal …

Einkehr in Wildewiese: Spatzen am Tisch

Nach der rund 3,6 Kilometer langen Schleife des kleinen Rundwanderwegs, inklusive aller Fotostopps, haben wir Hunger. Wir machen es uns bei „Steinbergs Wildewiese“ gemütlich, auf der Außenterrasse. Dort trauen sich sogar die Spatzen bis auf den Tisch – ein tolles Ambiente.

Bei mir kommt die „Sauerländer Bowl“ auf den Tisch: knackiger Salat mit Couscous, Möhren, Cashewkernen, Chiasamen und Süßkartoffelwürfeln, dazu Mango-Dressing. Die Bowl kostet 17,50 Euro. Wer mag, wählt eine Beilage dazu: Hähnchenbrustfilet für 6 Euro, Falafel für 4,50 Euro oder gratinierten Ziegenkäse für 4 Euro. Ich nehme das Hähnchen. Die Süßkartoffeln sind schön angeröstet, das Hähnchen ist auf den Punkt gebraten, der Salat wirklich frisch. Unser Menü haben wir natürlich selbst bezahlt (keine Werbung).

Wer hinter dem Erlebnisberg Wildewiese steckt

Den Naturerlebnisberg baute der Förderverein Hagen-Wildewiese gemeinsam mit Partnern auf. Möglich machte das Projekt Fördergeld aus dem EU-Programm LEADER, mit dem ländliche Regionen Ideen für ihre Entwicklung selbst umsetzen können. Eröffnet wurde der Erlebnisberg 2024. Initiatorin ist Marion Steinberg, Gastronomin und Hotelière – ihr gehört auch das Restaurant am Berg.

Der Westfalenpost Arnsberg/Sundern sagte sie im Sommer 2024: „Wir wollen die Naherholung im Sauerland fördern und besser vermarkten. Die schöne Aussicht und das Naturerlebnis sollen im Vordergrund stehen. Mehrere kleine Stationen bilden einen Erlebnispfad, der durch Wildewiese führt und die Natur erlebbar macht.“

Eckdaten

Naturerlebnisberg Wildewiese

Anfahrt, Preise, Barrierefreiheit

Wo finde ich den Naturerlebnisberg?

Adresse: Wildewiese, 59846 Sundern (Sauerland), fürs Navi: Wildewiese 1
Lage: rund 650 Meter Höhe, zwischen oberem Sauerland und Lennetal

Wie komme ich mit dem Auto oder Bus und Bahn nach Wildewiese?

Mit dem Auto: über Sundern und den Ortsteil Hagen oder aus Richtung Finnentrop/Rönkhausen über die K 35. Am Ortseingang liegt ein großer Wanderparkplatz. Außerhalb des winterlichen Skibetriebs ist er in der Regel gebührenfrei.
Mit Bus und Bahn: Bahn bis Neheim-Hüsten oder Finnentrop, weiter mit Regionalbussen Richtung Sundern beziehungsweise Hagen. Für das letzte Stück nach Wildewiese lohnt vorab ein Blick auf Ruf- und Bürgerbus-Angebote.

Was kostet der Naturerlebnisberg in Wildewiese?

Außengelände, Wanderwege und der Aussichtsbereich am 648 Meter hohen Schomberg sind rund um die Uhr frei zugänglich, Eintritt fällt nicht an. Geld kostet nur der Skilift im Winter – oder die Einkehr.

Ist der Naturerlebnisberg barrierefrei?

Mit Kinderwagen: Die asphaltierten Dorfwege und die breiten Schotterwege lassen sich mit einem geländegängigen Wagen mit großen Luftreifen gut befahren. Die Steigungen verlangen Kondition.
Mit Rollstuhl: nur eingeschränkt geeignet. Ortskern und Parkplatz sind asphaltiert und weitgehend eben, die Schotterwege zum Gipfel erfordern eine Begleitperson oder eine elektrische Zughilfe. Der Schombergturm ist ein reiner Stahltreppenturm und nicht barrierefrei. Die Wege quer durch den Wald sind ebenfalls nicht mit dem Rollstuhl überwindbar.

Welche Wanderrouten gibt es in Wildewiese?

In Wildewiese stehen vor allem zwei beliebte Rundwege zur Auswahl:
Großer Rundwanderweg (Wegzeichen „W im Kreis“ / Route W): Die anspruchsvollere Hauptroute ist rund 11,5 bis 12,5 Kilometer lang (mit Abstecher nach Endorferhütte etwa 13,5 Kilometer), überwindet 330 bis 360 Höhenmeter und dauert ca. 3 bis 3,5 Stunden. Vom Wanderparkplatz Wildewiese führt der Weg hinauf zum Schomberg (648 m) mit Aussichtsturm, weiter zur Köhlerstelle Schlubberbruch, durch Röhrenspring und das Waldbachtal zum Forsthaus Gehren und schließlich durch das Schneebecketal zurück zum Ausgangspunkt.
Kleiner Rundwanderweg (Route W2): Eine leichte bis mittelschwere, familienfreundliche Alternative rund um das Hochplateau. Je nach gewählter Schleife ist die Strecke 2,7 bis 5,7 Kilometer lang und in etwa 45 bis 90 Minuten gut zu gehen.

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